Orange, Weiss und Grün sind die Farben der indischen Flagge. Nach offizieller Deutung stehen sie für Mut, Frieden und Wahrheit. Die meisten Bürger identifizieren sich jedoch mit den Symbolfarben der grössten Religionsgemeinschaften, der Hindus, der Christen und Muslime. Im Zentrum steht das buddhistische Rad der Weisheit. Namaste! Willkommen!

Heute teile ich mich soweit mal mit, wie ich das Indien erlebe und jeder von uns, der schon mal in diesem wunderbaren Land war, wird es ganz persönlich und auch anders erleben. Indien zu verstehen ist kein leichtes Unterfangen. Kaum ein anderes Land der Erde vereint innerhalb seiner Grenzen eine solche Fülle verschiedener Religionen, Kulturen, Lebensformen und Weltanschauung. Indien ist ein Land, so erlaube ich mir das mal zu schreiben, ein Land voller Widersprüche, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und alles scheint irgendwie gleichzeitig stattzufinden.

Ich erlebe Indien als ein Land mit grosser Faszination aber zugleich bin ich auch sehr irritiert. Faszination und Irritation liegen sehr dicht beieinander. Ich will damit schreiben, wenn ich das Land, die Kultur, die Menschen und die Natur betrachte, sehe ich unglaublichen Reichtum aber auch massenhafte Armut. Sehr viel Schmutz und dort wo wiederum Reichtum herrscht alles tiptop und sauber. Alles was man von Indien hört und sieht, wie das Kastensystem, verbunden in alten Bräuchen und auch teils Denkweisen, sind für uns Europäer oft nicht verständlich, teils sehr schwer zu verstehen und viele Themen überhaupt nicht akzeptabel.

Ich sage es so: „Indien liebt man oder man hasst es. Etwas dazwischen gibt es nicht“.

Schon als junge Frau wollte ich immer in die Weltgeschichte raus, neues sehen, neues erleben, neue Menschen kennen lernen und soviel wie möglich mit nach Hause nehmen. Ich bin tief überzeugt, dass das Reisen in fernen Ländern unsere eigene Horizonte und unser Herz öffnet, wir Verständnis für uns selber mehr aufbringen sowie für andere Menschen auch. Reisen bringt auch mehr Durchblick. Sich einfach einlassen auf das Unbekannte, gut zuhören, einfach ausprobieren, nachdenken, Hinschauen und bitte nicht wegschauen. Einfach aufmerksam sein, Gelassenheit aufbringen und offen sein für einen Blickwechsel. Und ich glaube, wenn man so einem Land begegnen kann und darf, bringen wir auch gutes Verständnis auf, was für uns oft nicht verständlich ist. So erlebe ich Indien und Indien ist ein Land mit viel Sonne, Farben, Düfte, bunte Saris, Masalas und Currys.

Hier, im Süden Indiens, sprechen sich alle mit dem Vornamen an. Egal ob Du verwandt bist mit jemanden oder Du erst die Menschen ein paar Minuten kennst. Wo auch immer Du gehst und Lächelst, bekommst Du sofort ein Lächeln zurück. Willst Du handeln und auch was kaufen, trinkst Du zuerst eine Tasse Tee mit dem Händler. Mein Rikschafahrer fragte mich schon am ersten Tag ob ich verheiratet bin und wollte mein halbes Leben wissen (ohne irgendwelche Hintergedanke) und lässt mich gleich auch wissen, dass er selbst verheiratet ist, zwei Kinder hat und seine Frau als Lehrerin arbeitet. Und ich bin einfach hier, beobachte die Menschen, wie sie sprechen, öffne auch mein Herz und freue mich mit ihnen.

Ich schreibe auch ganz klar; Inder und Inderinnen sind Menschen wie andere auch. Für viele hier in Indien, ist das Leben sehr schwer und hart. Aber eines muss man Ihnen wirklich lassen; ihre Gastfreundschaft und Herzenswärme sind für mich so ansteckend und so liebevoll, dass ich immer wieder gerne zurück in dieses Land kommen werde.

Tiefwarme, herzliche und sonnige Grüsse sende ich Euch in das tiefverschneite Schweizerländle!

See you soon
Eure Lili

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